Kinderosteopathie

Kinder Osteopathie

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen!

Einleitung :
Die Grundsätze der Osteopathie lassen sich in den 3 großen Prinzipien von Andrew Taylor Still beschreiben:

  1. Der Körper ist eine EinheitGerade bei Kindern sind diese 3 Grundprinzipien noch sehr einleuchtend und plausibel:Besonders Kinder leben mit ihrem Körper als Einheit oder besser gesagt sie unterscheiden nicht zwischen Körper / Seele / Psyche. Sie erleben ihren Körper als Einheit in sich, in der Familie, beim Essen oder Trinken. Das heißt, dass sie kein einzelnes Erleben kennen, sie erfahren sich als ein großes Ganzes!
  2. Funktion formt die Struktur und die Struktur bedingt die FunktionDurch das Erlernen von Bewegungen / Haltungen entsteht und entwickelt sich die Muskulatur und formen sich wiederum seine Knochen / das Skelettsystem.Durch die Nahrungsaufnahme entwickelt sich das Darmsystem, natürlich in Abhängigkeit mit der Nahrung in Form von Essen und Trinken.

    Durch das Erleben seiner Umgebung entwickelt sich das Kind in sozialer Hinsicht hin zu seiner Individualität.

  3. Jeder Mensch verfügt über Selbstheilungskräfte, die es wieder anzuregen gilt.Dieser Punkt ist wohl der wichtigste, gibt es doch hier die größten Chancen gerade bei Kindern mit Ihrer enormen Regenerierungskraft einem kleinen Organismus zu helfen!Die noch reine und prall gefüllte Lebenskraft ist viel größer als bei Erwachsenen die schon viele Abdrücke Ihres Lebens als Belastung und somit als Hemmschuh in sich tragen. Dadurch werden Heilungsverläufe oft erschwert!

Die Geburt :

Für das Neugeborene (und natürlich auch für die Mutter) stellt die Geburt eine extreme Belastung dar. Der Körper des Kindes wird dabei hohen physikalischen Kräften ausgesetzt. Der Geburtsvorgang einer ganz normalen Geburt kann

relevante Spuren hinterlassen. Immerhin drückt die Gebärmutter bei einer normalen Geburt den Schädel des Kindes um bis zu 2 Zentimeter im Durchmesser kegelförmig zusammen. Der Widerstand des Dammes bei der Drehung in der Beckenhöhle lässt einzelne Schädelknochen übereinander schieben und wringt somit den gesamten kleinen Körper aus- wir bezeichnen dieses als physiologische Kompression.

Dieses hat zur Folge dass an den Stellen, wo die Hirnhaut locker sitzt, begrenzte Blutergüsse entstehen können. Diese können sich zum Teil von alleine lösen, aber auch – falls sie bestehen bleiben, Ausgangspunkt von Fixierungen werden. Die Geburt des Kopfes durch den engen Beckenausgang kann die Knochen der Schädelbasis und mit ihnen die dazwischen liegenden zahlreichen Durchgänge für Blut- und Nervenbahnen zusammenstauchen. Kehren die Knochen der Schädelbasis danach nicht in ihre ursprüngliche Lage zurück – im Sinne einer Dekompression - bleiben oft auch die Blut- und Nervenbahnen in ihrer Funktion beeinträchtigt. Die nach dem Kopf austretenden Schultern können zu extremen Drehungen oder Neigungen des Halses führen, mit Auswirkungen auf Halswirbel, Muskeln und Fascien. Auch wenn diese Kräfte vor allem auf den Kopf- und Halsbereich einwirken, werden sie auch über den Schädel entlang der Wirbelsäule bis hin zum Becken in den unterschiedlichsten Strukturen und deren Funktionen des Säuglings Folgen zeigen. Jedes Neugeborene hat aber eine Fähigkeit sich von diesen Kräften wieder zu befreien, falls nicht, kann die Osteopathie die Selbstheilungskräfte wieder anregen.

Auch eine Geburt aus Steißlage kann aufgrund der nun stärker einwirkenden Kräfte auf das Kind zu Problemen führen.

Wie kommt es also zu solchen Fehlfunktionen?Zum Zeitpunkt der Geburt ist das kindliche Köpfchen so gebildet, dass es die vorrübergehende physiologische Kompression während des Geburtsvorganges gut verkraften und sich sogleich wieder erweitern kann. Dieses ist der Fall wenn das Baby sofort nach der Geburt schreit, deswegen sind der erste Atemzug und der sog. Initialschrei für uns interessant.

Auch am unteren Ende des zentralen Nervensystems sind die Beckenknochen so ausgebildet, dass sie die zusammendrückenden Kräfte der anspannenden Gebärmutter aufnehmen können und dann durch körperliche Bewegungen nach der Geburt gut wieder auszugleichen. Das Gehirn befindet sich gut geschützt innerhalb des knöchernen Schädels, die Wirbelsäule schützt das Rückenmark, das den Kopf und das Becken verbindet.
Probleme bei der Geburt und den Wehen können diese Bereiche beinträchtigen und das Nervensystem folglich von innen her stören und seine gesunde Entwicklung so behindern:

  • Falsche Wehen“ vor der eigentlichen Geburt.
  • Frühzeitiger Verlust des Fruchtwassers
  • Auslösung oder Beschleunigung der Wehen mittels Medikation
  • Lage des Babys in anderer Position als Gesicht unten
  • Sehr lange ( über 18 Stunden) oder sehr schnelle ( unter 3 Stunden) Geburt
  • Rückenmarksnarkose
  • Zangen oder Saugglockengeburt
  • Die Nabelschnur war um den Hals des Babys geschlungen
  • Starke Verlangsamung der Herztöne des Babys
  • Verlangsamung oder Stop im Geburtsprozess
  • Kaiserschnitt, geplant und ungeplant

Auch der Zustand des Neugeborenen kann Hinweise auf die Gesundheit seines Nervensystems geben. Zeichen von möglichen Schwierigkeiten können u. a. sein:

  • Verzögerungen beim kräftigen und gesunden Saugen von mehr als 12 Stunden nach der Geburt
  • Erbrechen oder Spucken nach dem Stillen
  • Zurückbiegen oder Werfen des Köpfchen, wenn das Kind auf dem Arm gehalten wird oder auf der Seite liegt
  • Asymetrisch schlagende oder zuckende Bewegung der Arme oder der Beine
  • Nicht beruhigbares Schreien über einen langen Zeitraum.

Ein wichtiger Hinweis auf mögliche Probleme ist eine Veränderung der Reihenfolge oder fehlende Stadien in der Bewegungsentwicklung. Diese sollte folgenden Verlauf zeigen:

Rollen (seitlich), Robben (flach kriechend, symmetrisch), Krabbeln (auf Händen und Knien, im gekreuztem Muster), an Möbeln aufrecht, seitlich fortbewegen, Gehen mit ungefähr einem Jahr.

Jeder dieser Entwicklungsschritte geht mit einer spezifischen Reifung des Nervensystems einher. Jede Veränderung lässt deshalb darauf schließen, dass Bereiche des Zentralnervensystems beeinträchtigt worden sind.

Bei den so genannten Schrei- und Spuckkindern lassen sich häufig diese - wie oben erwähnte - Asymmetrien des Schädels oder des oberen Halswirbelbereichs entdecken, oder es können beidseitige Kompressionen der Schädelknochen bzw. der oberen Kopfgelenke festgestellt werden. Besonderes Augenmerk gilt u. a. den Schädelknochen, die die Schädelbasis bilden: Die beiden Schläfenbeine, das Hinterhauptbein und das Keilbein.

An der Verbindungsstelle der Knochen befinden sich verschiedene Schädellöcher, durch die u. a. Blutgefäße und Nerven hindurchführen. Asymmetrien oder Kompressionen können die Löcher in ihrer Lage und Größe verändern und so Gefäße und Nerven einengen. Bei Schrei- und Spuckkindern sind hiervon vor allem der Zungen-Schlund-Nerv (Nervus glossopharyngeus) und der Eingeweidenerv (Nervus vagus) betroffen. Der Zungen-Schlund-Nerv steuert die Muskeln, die das Saugen und Schlucken ermöglichen. Ist er beeinträchtigt, sabbern die betroffenen Kinder häufig mehr. Der Eingeweidenerv lenkt hingegen die Verdauung. Wird er komprimiert, kann die Verdauung gestört werden, was unter Umständen Blähungen, schmerzhafte Koliken und schwallartiges Spucken verursacht.

Kinder im schulpflichtigen Alter mit offenkundigen Problemen haben oft Wahrnehmungsfunktionsstörungen, die die Sicht- und Gehörfähigkeiten behindern, und bereits eine Vielzahl medizinischer Interventionen hinter sich.

Die strukturellen Funktionsstörungen, die aus Geburtstraumata resultieren, sollten so früh wie möglich behandelt werden, damit die neurologische Entwicklung zufriedenstellend verlaufen kann. Indem man optimale anatomisch-physiologische Verhältnisse wieder herstellt, gelingt es evtl. Verhaltens- und Entwicklungsprobleme abzuwenden.

Um das Konzept der Osteopathie für Kinder zu verdeutlichen, möchten wir näher auf einige in der Praxis häufig auftreffende Probleme eingehen:

Führen die Kompressionen zu Störungen im Bereich des Schläfenbeins, kann der Gleichgewichtssinn gestört werden, was die zunehmende Aufrichtung des Kindes beeinträchtigt. Als Symptome zeigen sich dann eine verminderte Kopfkontrolle und eine auffällige Schreckhaftigkeit.

Ein- und Durchschlafprobleme können u. a. entstehen, wenn sich eine Schädelkompression auf das Hinterhauptbein und den ersten Halswirbel, den Atlas, auswirkt. Das kann zu einem hohen Druck auf die Leitungsbahnen des Zentralnervensystems führen, die der Großhirnrinde entspringen und bis in das Rückenmark reichen. Schlafprobleme können folgen. Betroffene Kinder reagieren auf den Druck, indem sie den Kopf weit in den Nacken nehmen und so dem Druck vorübergehend ausweichen.

Nicht immer schreien Kinder, weil sie an Schmerzen, etwa im Magen-Darm-Trakt, leiden. Asymmetrien und Kompressionen im Kopf- und Halsbereich können auch einen Zug auf die Hirn und Rückenmarkshäute auslösen, der sich als Unwohlsein bemerkbar macht.

Der Schädel von Kleinkindern läßt sich osteopathisch sehr gut behandeln, da die Knochen noch sehr weich sind und noch aufeinander zuwachsen. Zudem sind alle Gewebe und Membranen noch unbelastet von Streßabdrücken des Lebens, anders gesagt, sie tragen noch eine höhere Regenerationsfähigkeit als bei Erwachsenen in sich.

Bei Schrei- und Spuckkindern behandelt der Osteopath die genannten Asymmetrien und Kompressionen. Da diese Auswirkungen auf das Nervensystem, Hirn und Rückenmarkshäute, Becken und Magen-Darm-Trakt haben, wird der Osteopath auch diese Bereiche untersuchen und gegebenenfalls therapieren.

Ohrinfektionen

Das Schläfenbein (Os temporale) ist der Knochen in dem sich das Hörorgan befindet. Dieser Knochen kann auch leicht komprimiert werden, weil er sehr nah am Hinterhaupt liegt. Kompressionsfolgen sind u.a. andere Durchblutungs- und Strömungsverhältnisse der Flüssigkeiten. So kommt es nicht selten vor, daß Babys schon in den ersten Lebenswochen an Ohrinfektionen leiden. Wenn es gelingt die betroffenen Strukturen wieder frei beweglich zu machen, kann sich das Kind eher von der Infektion erholen.

Infektanfälligkeit

Wenn der Kopf von der Vorderseite her rückwärts zusammengedrückt wird, kommt es zu einer Stauchung des Schädels in der Mitte seiner Unterseite. Ein Problem das häufig bei Fehllagen des Kindes oder nach Saugglockengeburten auftritt. Hier finden sich zu den anderen Problemen (s.o.) zusätzlich verstärkt Kopffehlhaltungen (sog. KISS-Syndrom) und eine verstärkte Infektanfälligkeit des Nasen-Rachenraumes.

Kinder und Jugendliche mit den unterschiedlichsten Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten sind vom Kindergarten bis in die Schulzeit und oft noch darüber hinaus eine große Herausforderung oder gar Belastung für die Menschen, die mit ihnen zusammen leben, sie fördern und unterrichten wollen. Oftmals werden solche jungen Menschen in unserem Schulsystem „ausgesiebt“ und ihre oft bemerkenswerten Fähigkeiten und Begabungen gehen ihnen und der Gesellschaft mehrheitlich verloren.

Bei der überwiegenden Anzahl solcher Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Verhaltensauffälligkeiten einschließlich Aufmerksamkeits Defizit Syndrom (ADHS) und Autismus gab es häufig eine komplizierte und traumatische Geburt. Offensichtlich kommt es in allen diesen Fällen zu unterschiedlichen Formen von Leistungseinschränkungen oder Fehlfunktionen des Nervensystems und oder Gehirns.

Behandlung

Der Osteopath untersucht und behandelt ausschließlich mit den Händen.

Er wird zunächst Vertrauen zu Ihrem Kind aufbauen, so dass die Behandlung entspannt stattfinden kann. Das ist nicht immer einfach, aber das Kind spürt meistens mit der Zeit, dass ihm die Behandlung gut tut und ihm nichts „Schlimmes“ passiert.
Er sucht mit seinen Händen Spannungen im Körper Ihres Kindes, die oft auf die Geburt oder andere Traumata zurückzuführen sind. Es können aber auch Unverträglichkeiten oder Allergien sein, die vermehrte Spannungen im Körper Ihres Kindes verursachen. Auch abgelaufene Infekte hinterlassen Verklebungen im Gewebe, die die Mobilität und damit den Stoffwechsel des Gewebes stören. Werden die Spannungen im Gewebe gelöst, so kann diese Struktur von nun an leichter durchblutet werden und der Stoffwechsel mit weniger Energieaufwand stattfinden. Das bedeutet, dass Ihr Kind nun Energie „übrig“ hat, die es für das Erreichen einer neuen Anpassung auf höherem Niveau einsetzt.

Der Bereich der Unterseite des Schädels, den wir häufig bei kleinen Babys auffällig finden, ist zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht zu einem Knochen verwachsen wie beim Erwachsenen. Deshalb sind gerade hier mit vorsichtigen und sanften Handgriffen oder zirkulationsfördernden Methoden besonders effektiv Erfolge zu erzielen.

Je früher wir mit der Behandlung nach der Geburt beginnen umso günstiger ist es, weil es dann oftmals noch möglich ist, Fehlstellungen und Kompressionen ursächlich zu behandeln, bevor die Verknöcherung der Schädelbasis oder des Kreuzbeines zu weit fortgeschritten ist. Aber auch im späteren Kindesalter können oftmals noch große Verbesserungen erreicht werden.
Niemals jedoch darf man sagen: da könne nichts getan werden… So klein die Fortschritte auch sein mögen – jeder noch so kleine Fortschritt ist lohnend, da die Probleme, die es gibt, fortbestehen können und im späteren Leben Schwierigkeiten verursachen können.

Die Hände eines Osteopathen sind tastende und fühlende Hände. Sie drücken und schieben nicht an den Knochen herum. Sie beobachten, wie das System im Inneren funktioniert und versuchen den Organismus mit seinen Bewegungen so einzustellen, daß er sich selbst helfen kann, um eingeschränkte Bereiche wieder zu befreien.

Prognose

Das Leben ist immer in Bewegung. Die Lebendigkeit des wachsenden kindlichen Organismus strebt immer nach Weiterentwicklung und wird ihre Möglichkeiten immer ganz und gar ausschöpfen. Gerade die Kenntnis um die enorme körpereigene Regenerationsfähigkeit (die bei Kindern sehr ausgeprägt ist) lassen oft bei adäquater Behandlung gute Erfolge zu.

In der osteopathischen Arbeit werden wir möglicherweise über eine längeren Zeitraum behandeln. Wir können während einer intensiven Periode daran arbeiten über die Hauptschwierigkeiten hinwegzukommen und beobachten im Weiteren dann, dass der Fortschritt, der ermöglicht worden ist, beibehalten wird.

“Was wir bei einer Behandlung tun, ist wie eine Tür in einem Haus zu öffnen, so dass die Bewohner im Innern sich frei bewegen können.” Viola Frymann

Einige häufige Probleme für welche sich Osteopathie für Kinder empfiehlt sind:

  • Stillprobleme, Erbrechen oder Spucken beim oder nach dem Stillen
  • Zurückbiegen oder Werfen des Kopfes, Überstrecken, Schiefhals, KISS-Syndrom
  • Entwicklungsstillstand
  • Asymetrische Bewegung der Arme oder der Beine
  • Nicht beruhigbares Schreien über einen längeren Zeitraum
  • Otitis-Media (Ohr-Infektionen)
  • Verdauungsprobleme, Reizdarm, Verstopfung, Übelkeit
  • Asthma, chronische Tonsillitis, Allergien, Infektanfälligkeit, Bronchitis, Stirn- und Kiefer nebenhöhlenentzündungen
  • Kopfweh, Erschöpfung, Ängste
  • Zustand nach Schädeltrauma, Gehirnerschütterung, etc.
  • Rückenschmerzen, Skoliose, Gliederschmerzen, sog. Wachstumschmerzen
  • Kieferorthopädische Probleme, Fehlbisse
  • Krampfleiden, Down Syndrom, Zerebrale Kinderlähmung
  • Lernschwierigkeiten, Verhaltensprobleme, Schulangst, ADD, ADHS
  • Traumatische Verletzungen

Folgen von Impfungen und danach auftretende Probleme

Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß es sich bei allen auf dieser Seite erwähnten Verfahren und Indikationen um ein nicht schulmedizinisch / wissenschaftlich anerkanntes Verfahren handelt und die Wirksamkeit schulmedizinisch/wissenschaftlich nicht bewiesen ist und nicht zugesichert wird.

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