Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall

Die Ursachen von Bandscheibenproblemen sind u. a. begründet in einer bereits ständigen nur
einseitigen Beweglichkeit zweier oder mehrerer Wirbel und deren Bandscheibe dazwischen.
Bewegung (und damit ist hier jetzt nicht Gartenarbeit oder Sport gemeint) ist der wichtigste die Bandscheibe ernährende Faktor. Einseitige Bewegung bedeutet einseitige Ernährung.
Dass einseitige Ernährung nicht gut ist, ist mittlerweile wohl allgemein bekannt. Bandscheiben degenerieren so schneller und verlieren ihre Pufferfunktion zwischen den eigentlich beweglichen Wirbeln. Die Löcher, in denen die Nerven austreten, werden somit enger. Mechanische Reizungen mit entzündlichen Reaktionen der Nerven können die Folge sein. Die Arbeitshaltung ist mittlerweile unser Bodybuilding des 21. Jahrhunderts geworden.
Es bilden sich bei vielen Menschen c-förmige Wirbelsäulen aus. Damit entsteht eine Einseitigkeit in Haltung und Bewegung. Selbst eine Stunde abendlicher Sport kann acht Stunden sitzende Arbeitshaltung häufig nicht kompensieren. Osteopathen versuchen die Beweglichkeit der Wirbelsäule in all ihren Aspekten wieder herzustellen. Ein Wirbel muss hierbei auf z.T. neun unterschiedliche Bewegungsrichtungen hin untersucht werden.
Dabei betrachtet der Osteopath die Beweglichkeit der einzelnen Wirbel untereinander und sieht deren Funktion in der Gesamtstatik der Wirbelsäule. Beinlängen, Beckenbeweglichkeit, blockierte Rippenwirbelgelenke, Fehlhaltungen oder auch ein aufgeblähter Bauch werden dabei auf Ihre Ursachen hin untersucht und Behandlungsansätze gesucht.
Ähnlich einem Trainer einer Fußballnationalmannschaft versucht der Osteopath die individuellen Fähigkeiten des einzelnen Wirbels jedoch auch die der gesamten „Mannschaft“ zu verbessern. Die Ernährung des Menschen und die Reaktionen unserer Organe darauf spielt für die Wirbelsäule hierbei auch wieder eine wichtige Rolle. Viele Menschen leiden mittlerweile unter aufgeblähten Bäuchen und somit chronisch überdehnten Bauchdecken.
Die Bauchdecke wird übrigens auch von der Bauchmuskulatur gebildet, die wiederum die Aufgabe hat den von oben kommenden Bandscheibendruck zu reduzieren. Schlechte Bauchmuskelfunktionen verursachen eine höhere Bandscheibenbelastung und somit einen höheren Verschleiß.
Auch schlechte Ernährung kann zur Verminderung des Blutabflusses der Bauchorgane sowie zu einer schlechten Bauchmuskelfunktion führen. Da die Nerven der Wirbelsäule die gleichen venösen Abflusswege nutzen, kann dieser Stau eine Druckerhöhung auf bereits gereizte Nerven verursachen.
Deswegen gab es schon früher die Empfehlung, beim akuten Hexenschuss zu fasten sowie einen Einlauf zu machen. Dies sollte den Stoffwechsel entlasten und so die negativen Einflüsse auf die Nerven reduzieren.
Die einfache Frage an uns, was man den nun eigentlich bei Bandscheibenvorfällen machen muss, ist von Patient zu Patient individuell zu klären. In der Untersuchung finden sich häufig Wirbel, die sich nach hinten strecken können, aber einen Bewegungsverlust in Beugung aufweisen. Diese Patienten trainieren häufig in speziellen Rückenstudios ihre Rückenmuskulatur. Durch das Training sollen Rückenmuskeln trainiert sowie die allgemeine Beweglichkeit der Wirbelsäule verbessert werden. Dabei ist festzustellen, dass bei Patienten mit einem Bewegungsverlust eines Wirbels dieser durch spezielles Ganzkörpertraining häufig nicht zu beseitigen ist. Sie trainieren somit eigentlich in ihr Problem hinein und nicht hinaus.
Dieses Training kann dann als zusätzliche Belastung auf diesen einen Wirbel gesehen werden. Training sollte niemals degenerativ gestaltet werden.
Die Frage, ob bei Ihnen individuelle Bewegungsverluste vorliegen, können nur durch spezielle osteopathische oder manualtherapeutische Bewegungsuntersuchungen der einzelnen Wirbel festgestellt werden. Röntgenbilder können nicht klären, wie sich ein Wirbel bewegt.